Bulgarien ist unser erstes Ziel und wieder einmal sind wir erstaunt wie radikal anders ein Land sich vom benachbarten unterscheidet.

Das lange Zeit hinter dem eisernen Vorhang abgeschottete Land ist bestrebt, in allen Belangen vollwertiger Partner der EU zu werden. Die Schengen Binnengrenzen sind noch in der Umstellung, so dass uns erst einmal eine klassische Grenzkontrolle, inkl. Stau, erwartet. Ungewohnt und ein bisschen turbulent erreichen wir dann, nach Zahlung der elektronischen Autobahnmaut, schon bald unser Tagesziel. Am Rande eines kleinen Dörfchens gibt es hier einen schönen Mini Camping.


Von hier wollen wir die Gegend kennen lernen. Am nächsten Tag führt uns unser Weg durch stark entsiedelte Dörfer nach Melnik. Bulgarien hat die höchste Auswanderungsquote Europas und es macht uns betroffen, ganze Straßenzüge leer stehen zu sehen, da die Menschen hier keine Arbeit mehr finden. Melnik ist die kleinste Stadt Bulgariens und liegt malerisch umgeben von erodierten Sandsteinformationen.



Durch kleine Gassen streifen wir durch das gemütliche Touristenörtchen und gewinnen erste Eindrücke von Bulgarien. Hier gefällt es uns sehr und wir bewundern die hier typische Architektur sowie lokales Kunsthandwerk.








Unser zweiter Ausflug führt uns nach Norden, hinein in das hoch aufragende Rila Gebirge. Dort liegt die größte, orthodoxe Klosteranlage Bulgariens. Das Zentrum des bulgarischen Glaubens ist zugleich ein Anziehungspunkt für Besucher, die sowohl zu dem Wunder wirkenden Ort pilgern als auch das sehehenswerte Klosterensemble bewundern.





Das Kloster des heiligen Iwan von Rila (bulgarisch Манастир „Свети Иван Рилски"), kurz Rila-Kloster (Рилски манастир) ist ein orthodoxes Kloster im Rila-Gebirge im südwestlichen Bulgarien , ca. 100 km südlich von Sofia Es wurde im 10. Jahrhundert gegründet und ist das bedeutendste und größte Kloster Bulgariens. Nahezu unbeschadet hat es viele Umbrüche in der Geschichte Bulgariens überstanden und lässt uns staunen.





Auf der doch recht langen Fahrt zum Kloster und zurück sehen wir viel Interesantes rechts und links unseres Weges.Wir lernen die Bulgaren als sehr herzlich kennen, tanken den günstigsten Diesel unserer Reise (1,20€), lernen einkaufen, auch wenn das meiste auf kyrilisch geschrieben steht, stellen fest, dass man das beste Gemüse beim Händler am Straßenrand kaufen kann und man dort sein Wechselgeld in noch mehr Gemüse bekommt. Gespannt auf Sofia verabschieden wir uns von John und seinem Mini Camping und machen uns auf zu einem Städtchen außerhalb von Sofia. Von hier fahren wir mit dem Zug eine halbe Stunde.


Sofia die touristisch eher unbekannte Hauptstadt Bulgariens, hat dem Besucher viel zu bieten. Egal ob man über den riesigen Vitosha Boulevard bummelt, der den Blick auf das stadtnahe, gleichnamige 2000 m hohe Gebirge lenkt , oder die Alexsander Newski Kathedrale besucht, immer ist man von der Großräumigkeit der Stadt beeindruckt.


Seit den großen Völkerwanderungen trafen hier Kulturen aufeinander und bestehen noch heute in religiöser Vielfalt.



So spazieren wir durch Sofia, zwischen Designerläden und der alten Moschee, begleitet von Streetart und Marktständen.






Zwischen Glanzvollen Regierungsgebäuden und ehemaligen Prachtbauten suchen wir unseren Weg.




Eindrucksvoll und abwechslungsreich fanden wir es und können einen Besuch empfehlen. Nach ein paar kleineren Schwierigkeiten, die unseren mangelnden kyrilisch Kenntnissen beim Bahnfahren geschuldet sind, erreichen wir wieder unsere Hoppetosse und nach kurzer Fahrt auch unseren Heutigen Host. Chris bietet Reisenden die Möglichkeit, auf seinem Grundstück zu übernachten. Ein liebevoll gestaleter Bereich gibt einem das Gefühl willkommen zu sein. Ein herzlicher Empfang, lokale Produkte und interessante Gespräche gibt es dazu. Danke Chris. Auf der weiterfahren kommen wir durch Eine eindrucksvolle Schlucht.

Unser letzter Halt vor Rumänien ist im Buntsandsteingebiet nahe der Stadt Belogradchik.



Dann stehen wir wieder an einer Grenze im Stau und lernen, wie großartig für uns Reisende das Schengenabkommen ist. Doch alles nicht so schlimm, nach einer knappen Stunde sind wir durch, bezahlen an der nächsten Tankstelle unsere elektronische Maut und sind wieder verwundert und begeistert. Alles anders und neu. Erst einmal stellen wir uns an die hier sehr, sehr breite Donau und machen Rast.

Von hier geht es durch die fruchtbaren Ebenen der Walachei in die Transsilvanischen Karpaten. In der landwirtschaftlich geprägten Walachei geht es ein wenig gemütlicher zu.






Teilweise scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Entlang bunter Häuser geht es durch kleine Dörfer. Die farbenfrohen Bauernhäuser sind mit kleinen Arkaden und reich verzierten Putzarbeiten schön anzuschauen. Jedes Haus ist mit einer Mauer fest umfriedet und bildet so ein kleines Gehöft. Wenn auch da und dort Renovierungsstau herscht, scheint man, hier in der Walachei, doch sehr bemüht um den Eindruck des Hauses. (Leider konnte ich die richtig bunten Häuser nicht so gut Fotografieren 😕)




Halt machen wir bei einem Weingut, geführt von zwei Franzosen, die sich hier ihren Traum erfüllt haben. Wir bekommen neben gutem Wein auch gute Gespräche und erfahren so Viel über dieses Land. Weiter geht es durch Städte, die nach dem Ideal der kommunistischen Stadt errichtet wurden, im Kontrast dazu, vorbei an alten Kirchen, bevor sich vor uns die Berge auftürmen und wir über Gebirgsstraßen, durch eine steil aufragende Waldlandschaft, zu den baumlosen Hochebenen der Karpaten kommen. Doch davon mehr im nächsten Bericht von unserer Reise durch Europa. Danke für dein Interesse an unserer Reise und für jedes "Gilla" ♥️ Liebe Grüße von Lina, Alfred und der Hoppetosse .