

Die Entfernungen zwischen den Orten wird immer größer. Auf den etwas mehr als 200 gefahrenen Kilometern heute, hatten wir gerade mal 3 Ortschaften, in denen man einkaufen oder tanken konnte. Die Nacht verbringen wir an einem ruhigen, aufgegebenen Campingplatz mitten im schönsten Nirgendwo.

Es war aber dann doch etwas unruhig, da es hier viele viele...... Stechmücken gibt. An und für sich haben wir damit kein Problem, da nur vereinzelt es mal eine zu uns schafft . Meist hat man dann seine Ruhe, wenn man die paar, die beim Einsteigen mit hereinkommen, plättet . Nicht so dieses Mal. Kaum hat man Ruhe und ist am Einschlafen, bzzzzzzz , also Licht an, Störenfried erschlagen, Licht aus weiter schlafen, bzzzzzzz, Licht an .........und so weiter. Der neue Morgen bringt besseres Wetter mit sich und führt uns zur Bergbaustadt Kiruna. Sie entstand als Siedlung für das gleichnamige Eisenerzbergwerk. Damit die unter der Stadt liegenden Vorkommen abgebaut werden können, befindet sich Kiruna im Umzug der bis 2040 abgeschlossen sein soll. Dann ist die ganze Stadt um ca. 5 km weitergezogen. Zuerst besuchen wir das neue Stadtzentrum mit Rathaus und Fußgängerzone, eine neue Stadt nach den Wünschen der Bürger entsteht hier. Später besuchen wir noch die alte Kirche, deren Umzug gerade vorbereitet wird. Sie soll als ganzes Bauwerk auf Rollen umgesetzt werden. Kaum vorstellbar ist diese gigantische Aufgabe.


Doch uns zieht es weiter in die Natur. 100 Kilometer haben wir noch bis Abisko , 100 km ohne Siedlung. Durch eine gigantische Natur fahren wir vorbei an riesigen Seen Richtung Fjäll und kommen wir uns klein vor.


Immer wieder halten wir an und unser Blick streift über die scheinbar unendlich große Landschaft. Hinter Abisko erreichen wir auch den gleichnamigen Nationalpark, wo wir eine eindrucksvolle Rundwanderung unternehmen.


Vom Nationalpark Zentrum führt unser Weg, entlang dem wild fließenden Abiskojåkka, hinein in die Wildnis des Nordens. Die meiste Zeit herrscht hier oben Väterchen Frost und so fällt, während ich diese Zeilen Anfang Oktober schreibe , dort oben schon längst wieder Schnee.



Vom Fluss führt unser Weg zu einem See, von welchem man einen herrlichen Blick auf die Bergformation Lappenpforte hat. Über Holzbohlen führt der Weg uns dann durch sumpfiges Gelände zurück zum Ausgangspunkt.



Wir suchen uns dann noch ein ruhiges Plätzchen für die Nacht, was gar nicht so einfach ist, da wir nicht die einzigen sind und die Möglichkeiten doch begrenzt sind. Eine Wanderung wollen wir aber hier noch machen, ausgeschlafen und voller Energie geht es trotz düsterer Wetterprognose los. Entlang des Ralarvägen wandern wir bei Riksgrenzen von Schweden nach Norwegen.


Der Ralarvägen war eine Versorgungslinie zum Bau der Erzbahnlinie. Erstmals 1888 eröffnet führt die Malmbanan von Lulea bis Narvik (473km). Vor allem auf der Strecke Kiruna-Narvik verkehren die bis zu 5200 Tonnen schweren Güterzüge, die das Erz zum Seehafen Narvik transportieren.




Doch für uns geht es hinauf ins Fjäll. Desto höher wir kommen desto schöner wird das Wetter. Wir wandern durch eine traumhafte Landschaft, jede Pflanze kämpft hier ums Überleben und hat doch ihre Nische gefunden in der sie sich entwickeln kann .


Wir treffen sogar auf einen Schneemann ⛄️ , bei uns schon fast ausgestorben, geht es ihm hier oben noch gut 😜 .


Nach einer kurze Erfrischung im See wandern wir durch eine rauhe, wilde Bergwelt immer höher .






An einer kleinen Schutzhütte haben wir den Gipfel erreicht und staunen über die uns zu Füßen liegende Landschaft.


Unendlich weit gleitet unser Blick über blaue Seen, Berge und Schneefelder. Wenige Meter Abstieg bringen uns dann zurück nach Schweden und dann steil hinab zur Hoppetosse.



Müde suchen wir uns einen Platz für die Nacht und sind erstaunt, dass scheinbar noch mehr los ist als in den Tagen zuvor. Doch wir finden noch ein Plätzchen mit Blick ins Fjäll und genießen den Abend. Der Regen hat uns wieder und wir fahren ein gutes Stück nach Süden. Bis Jokkmokk kommen wir, dort geht es auf den Campingplatz. In Schweden finden wir kaum Waschsalons, so nützen wir das Angebot von Campingplätzen. Also gibt es einmal das volle Pflegeprogramm für uns, unsere Kleidung und die Hoppetosse. Am nächsten Morgen besuchen wir Àjtte , das schwedische Fjäll und Sami-Museum.





Hier wird die Geschichte von Sápmi , dem Land der Samen und seinem Volk erzählt. Räumlich aufgebaut wie ein Gehege, in dem das indigene Volk die Rentiere sortiert wird hier das Leben , Kultur ,Glauben und Geschichte beschrieben .



Begeistert von diesem wirklich sehenswerten Museum geht es durch eine unendliche Waldlandschaft zum Storforsen. 250 bis zu 780 Kubikmeter Wasser wälzen sich hier pro Sekunde hinab.




Eingebettet in eine markante Landschaft, die von vielen Nebenarmen des Flusses durchzogen ist, nähern wir uns dem lautstarken Rauschen dieser urgewaldigen Stromschnelle, die wir von einer hölzernen Plattform bestaunen können.



Über kleine Wege kommen wir wieder zurück zu unserem ruhigen Stellplatz und genießen den Abend. Damit endet auch wieder diese Woche. wir sagen Tschüss bis zum nächsten Lina, Alfred und Hoppetosse!.