Kreuz und Quer durch (Süd) Europa 27 🇸🇪

Das Wetter begrüßt uns etwas trübe und geht dann schon bald in Regen über. An der finnisch-schwedischen Grenze wird einkauft und man merkt schon, dass das Preisniveau in Schweden ein gutes Stück günstiger ist. Vorbei an wilden Flüssen und Stromschnellen nehmen wir unseren Weg Richtung Kiruna.


 Die Entfernungen zwischen den Orten wird immer größer. Auf den etwas mehr als 200 gefahrenen Kilometern heute, hatten wir gerade mal 3 Ortschaften, in denen man einkaufen oder tanken konnte. Die Nacht verbringen wir an einem ruhigen, aufgegebenen Campingplatz mitten im schönsten Nirgendwo.

Es war aber dann doch etwas unruhig, da es hier viele viele...... Stechmücken gibt. An und für sich haben wir damit kein Problem, da nur vereinzelt es mal eine zu uns schafft . Meist hat man dann seine Ruhe, wenn man die paar, die beim Einsteigen mit hereinkommen, plättet . Nicht so dieses Mal. Kaum hat man Ruhe und ist am Einschlafen, bzzzzzzz , also Licht an, Störenfried erschlagen, Licht aus weiter schlafen, bzzzzzzz, Licht an .........und so weiter. Der neue Morgen bringt besseres Wetter mit sich und führt uns zur Bergbaustadt Kiruna. Sie entstand als Siedlung für das gleichnamige Eisenerzbergwerk. Damit die unter der Stadt liegenden Vorkommen abgebaut werden können, befindet sich Kiruna im Umzug der bis 2040 abgeschlossen sein soll. Dann ist die ganze Stadt um ca. 5 km weitergezogen. Zuerst besuchen wir das neue Stadtzentrum mit Rathaus und Fußgängerzone, eine neue Stadt nach den Wünschen der Bürger entsteht hier. Später besuchen wir noch die alte Kirche, deren Umzug gerade vorbereitet wird. Sie soll als ganzes Bauwerk auf Rollen umgesetzt werden. Kaum vorstellbar ist diese gigantische Aufgabe. 


Doch uns zieht es weiter in die Natur. 100 Kilometer haben wir noch bis Abisko , 100 km ohne Siedlung. Durch eine gigantische Natur fahren wir vorbei an riesigen Seen Richtung Fjäll und kommen wir uns klein vor. 


Immer wieder halten wir an und unser Blick streift über die scheinbar unendlich große Landschaft. Hinter Abisko erreichen wir auch den gleichnamigen Nationalpark, wo wir eine eindrucksvolle Rundwanderung unternehmen. 


Vom Nationalpark Zentrum führt unser Weg, entlang dem wild fließenden Abiskojåkka, hinein in die Wildnis des Nordens. Die meiste Zeit herrscht hier oben Väterchen Frost und so fällt, während ich diese Zeilen Anfang Oktober schreibe , dort oben schon längst wieder Schnee. 



Vom Fluss führt unser Weg zu einem See, von welchem man einen herrlichen Blick auf die Bergformation Lappenpforte hat. Über Holzbohlen führt der Weg uns dann durch sumpfiges Gelände zurück zum Ausgangspunkt.



 Wir suchen uns dann noch ein ruhiges Plätzchen für die Nacht, was gar nicht so einfach ist, da wir nicht die einzigen sind und die Möglichkeiten doch begrenzt sind. Eine Wanderung wollen wir aber hier noch machen, ausgeschlafen und voller Energie geht es trotz düsterer Wetterprognose los. Entlang des Ralarvägen wandern wir bei Riksgrenzen von Schweden nach Norwegen.


 Der Ralarvägen war eine Versorgungslinie zum Bau der Erzbahnlinie. Erstmals 1888 eröffnet führt die Malmbanan von Lulea bis Narvik (473km). Vor allem auf der Strecke Kiruna-Narvik verkehren die bis zu 5200 Tonnen schweren Güterzüge, die das Erz zum Seehafen Narvik transportieren. 





Doch für uns geht es hinauf ins Fjäll. Desto höher wir kommen desto schöner wird das Wetter. Wir wandern durch eine traumhafte Landschaft, jede Pflanze kämpft hier ums Überleben und hat doch ihre Nische gefunden in der sie sich entwickeln kann .


 Wir treffen sogar auf einen Schneemann ⛄️ , bei uns schon fast ausgestorben, geht es ihm hier oben noch gut 😜 . 


Nach einer kurze Erfrischung im See wandern wir durch eine rauhe, wilde Bergwelt immer höher . 






An einer kleinen Schutzhütte haben wir den Gipfel erreicht und staunen über die uns zu Füßen liegende Landschaft.


 Unendlich weit gleitet unser Blick über blaue Seen, Berge und Schneefelder. Wenige Meter Abstieg bringen uns dann zurück nach Schweden und dann steil hinab zur Hoppetosse.



 Müde suchen wir uns einen Platz für die Nacht und sind erstaunt, dass scheinbar noch mehr los ist als in den Tagen zuvor. Doch wir finden noch ein Plätzchen mit Blick ins Fjäll und genießen den Abend. Der Regen hat uns wieder und wir fahren ein gutes Stück nach Süden. Bis Jokkmokk kommen wir, dort geht es auf den Campingplatz. In Schweden finden wir kaum Waschsalons, so nützen wir das Angebot von Campingplätzen. Also gibt es einmal das volle Pflegeprogramm für uns, unsere Kleidung und die Hoppetosse. Am nächsten Morgen besuchen wir Àjtte , das schwedische Fjäll und Sami-Museum. 





Hier wird die Geschichte von Sápmi , dem Land der Samen und seinem Volk erzählt. Räumlich aufgebaut wie ein Gehege, in dem das indigene Volk die Rentiere sortiert wird hier das Leben , Kultur ,Glauben und Geschichte beschrieben .



Begeistert von diesem wirklich sehenswerten Museum geht es durch eine unendliche Waldlandschaft zum Storforsen. 250 bis zu 780 Kubikmeter Wasser wälzen sich hier pro Sekunde hinab.





 Eingebettet in eine markante Landschaft, die von vielen Nebenarmen des Flusses durchzogen ist, nähern wir uns dem lautstarken Rauschen dieser urgewaldigen Stromschnelle, die wir von einer hölzernen Plattform bestaunen können. 



Über kleine Wege kommen wir wieder zurück zu unserem ruhigen Stellplatz und genießen den Abend. Damit endet auch wieder diese Woche. wir sagen Tschüss bis zum nächsten Lina, Alfred und Hoppetosse!.

Kreuz und Quer durch (Süd) Europa 26 Finnland 🇫🇮

Entlang des Bottnischen Meeres fahren wir weiter Richtung Norden .
Regnerisch beginnt die Woche und trotz der dunklen Wolken, leuchten die bunten Bootshäuser in einem der kleinen Häfen. 




Doch mit Ankunft in dem Örtchen Raahe lacht wieder die Sonne über uns und der Wind vertreibt die letzten Wolken. Im Winter waren wir hier bei -15 Grad unterwegs jetzt bei +25, und so wie die Temperaturen unterscheidet sich auch das Aussehen von Raahe und wir bewundern die leuchtenden Farben bei einem kleinen Rundgang. 



Bald darauf erreichen wir Oulu. Die fünftgrößte Stadt Finnlands liegt im Mündungsbereich des Oulujoki in die Ostsee. So verteilt sich die Stadt teilweise auch auf mehrere Inseln, was einen besonderen Flair ergibt. Zum Abendspaziergang geht es dann über Brücken und durch wunderschönen Parkanlagen vorbei am großen Stauwehr in die Innenstadt . 




Auch hier bewundern wir besonders die farbenfrohe Holzarchitektur. Holz und Holzverarbeitung war für die Orte an den großen Flüssen seit langer Zeit ein Wirtschaftsfaktor. Über die Flüsse wurden große Mengen Holz aus Finnisch Lappland geflößt und hier weiterverarbeitet. So auch in Kemi, wo wir uns vom Meer wieder verabschieden und dem träge fließenden Kemijoki Richtung Rovaniemi folgen. Zuvor waren wir jedoch noch in einem kleinen Naturreservat unterwegs .




Mittlerweile sind wir soweit nördlich, dass es so gut wie gar nicht mehr dunkel wird, doch wir wollen ja noch weiter nach Norden, zumindest bis zum Polarkreis. Auf dem Weg haben wir immer wieder tolle Ausblicke auf den Fluss, besuchen eine alte Kirche und wandern durch eine spannende Felslandschaft zu Gletschertöpfen. 





Dreizehn Gletschertöpfe in unterschiedlichen Größen finden sich hier. Beeindruckend wie sich das Wasser der Urzeitgletscher im Kreis fließend in die Felsen gegraben hat. 




Schon bald darauf sind wir in Rovaniemi, einer sehr funktional gestalteten Stadt, die nach ihrer Zerstörung neu aufgebaut wurde und nicht unbedingt zum längeren Verweilen einlädt. 


Eine bunte Elchdame ist wohl die größte Attraktion und natürlich der Weihnachtsmann 🎅 🎄, der etwas außerhalb lebt. Das ist jetzt natürlich die große Touristenfalle oder ??? 


Gut vermarktet von der finnischen Tourismusbranche wird das Dorf des Weihnachtsmannes am Polarkreis als Highlight angepriesen. Von hier startet immerhin der Gabenbringer Jahr für Jahr, um den Kindern dieser Welt Geschenke zu bringen. Gut vermarktet ist hier wohl der wunde Punkt an der ganzen Sache. So hat man sich eine ganze Menge einfallen lassen, um eine besondere und ein wenig weihnachtlich mystische Stimmung aufkommen zu lassen. 


Für Kinder jedenfalls ist es bestimmt ein großartiges Erlebnis, ganzjährig sich mit Santa Claus und seinen Elfen fotografieren zu lassen und ihm die Wünsche persönlich mitzuteilen. 

Wir fanden es sehr schön gestaltet, verstehen allerdings nicht ganz warum der Weihnachtsmann einen Doppelgänger hat, der als Konkurrenz im Gebäude gegenüber arbeitet und für das Fotoshooting noch ein wenig mehr verlangt. Und das ist leider die Kehrseite der Medaille, dass bei allen Bemühungen es sich nicht verheimlichen lässt, dass es hier vor allem um Geld statt um den Geist der Weihnacht geht. Wir springen dann auch noch über den Polarkreis bevor wir uns ruhiges Plätzchen für die Nacht suchen. 

An einem der unzähligen Seen werden wir fündig und genießen den Abend der gar nicht enden will, bevor er nahtlos in den Morgen übergeht.


 Wunderschön ist es hier oben , doch wir wollen noch etwas nördlicher ins Fjäll. Doch davon im nächsten Bericht. Wir sagen Tschüss und Danke ❤️ bis zum nächsten Mal Lina , Alfred und die Hoppetosse. 🙋‍♀️👱‍♂️🚙




Kreuz und Quer durch ( Süd ) Europa 25 Finnland 🇫🇮

Unsere Woche beginnt mit der Fährfahrt von Tallinn nach Helsinki .Vollautomatisch wird hier, mittels Nummernschilderkennung, eingecheckt und wir stehen ruck zuck in der richtigen Spur und schon bald darauf sind wir auf der Fähre und sagen Tschüss Baltikum  , du hast uns sehr gefallen. 




Bei herrlichem Sommerwetter genießen wir die Überfahrt und besonders die Durchfahrt der Fähre zwischen vielen kleinen Inseln vor Helsinki. 




Zügig geht auch das Entladen der Fähre, so dass wir schon bald an unserem Stellplatz ankommen. Nach sieben Monaten sind wir wieder hier. Auch wenn wir häufig von Reisenden hören, dass sie nicht so begeistert von dieser Stadt sind, gefällt sie uns auf ein Neues. Der Jugendstil, wie in unserem Footprint zur Reise "Auf der Suche nach Nordlichtern" schon beschrieben, welcher hier in Helsinki gebaut wurde, begeistert uns sehr. 



Im Vergleich zu Riga ist er hier schlicht, weniger auffällig und weniger "protzig". Er bedient sich auch gar nicht Elementen aus anderen Kunstepochen. So entstanden hier ganze Stadtteile im Stile einer neuen "lebenswerten" Stadt. Durch die Straßen zu spazieren und einfach nur schauen, überall finden sich besondere Details.




 Art Nouveau, wie der Jugendstil auch genannt wird, findet sich hier darin , das er mit allen vorangegangenen Epochen bricht und alles neu definiert. Mit einer Prise Nationalbewusstsein ist unserer Meinung nach etwas ganz Besonderes entstanden.



 Wir lassen uns viel Zeit und bummeln in aller Gemütlichkeit durch die pulsierende Metropole. 



Wir entdecken Neues und genießen die vielen Sehenswürdigkeiten die uns , im Gegensatz zum Winter, in einem anderen Licht erscheinen. Der weitere Weg führt uns zunächst nach Tampere . Bei sommerlichen 30 Grad, wir hätten nicht gedacht das es hier so warm wird, bummeln wir eine große Runde durch die Stadt.






 Ob Dom, Wasserfall, Kaupahalli oder einfach nur die vielen Springbrunnen, auch hier gibt es einiges zu entdecken. 








Von Tampere fahren wir, vorbei an größeren und kleineren Seen, in den Helventinjärvi Nationalpark .
Der Park repräsentiert die wilden Wälder der Region Tavastia. Das Gebiet umfasst tiefe Schluchten und eine zerklüftete Landschaft, die durch Verwerfungen im Felsgestein geformt wurde. Vom Besucherzentrum, an welchem man toll über Nacht stehen kann, machten wir zunächst die Entdeckung einer wunderbaren Badestelle (natürlich sind wir in den See gehüpft),bevor wir uns zur Höllenschlucht aufmachen.

 Eine kleine Rundwanderung führt uns zu einem weiteren, malerisch gelegenen, See und der beeindruckenden Felsformation.




Noch immer drückend heiß machen wir uns auf den Weg zur Küste, wo wir eingeladen sind und zwei wunderschöne Tage verbringen. 





Wir stehen traumhaft schön und die Zeit ging rasend schnell vorbei: schwimmen, Sonnenuntergänge, fischen, erzählen, gut essen,.... Danke dafür .

So verging auch diese Woche schnell und wir sagen Danke für euer Interesse. Nächste Woche geht es dann zum Weihnachtsmann 🎅, mal sehen wie der so lebt. Bis dahin Liebe Grüße und Tschüss Lina , Alfred und die Hoppetosse.