Rückblick :Tour de France Herbst 22 (1von3)
Unser Herbstlicher Roadtrip durch Frankreich begann direkt nach der Arbeit. Gegen 13 uhr ging es Richtung Nogent.
400 km sollten gut machbar sein, allerdings hielten Starkregen und diverse Baustellen uns auf, so dass wir erst gegen 20uhr auf dem tollen kommunalen Stellplatz von Nogent ankamen.
Die Nacht regnete es weiter durch , so dass die Begrifflichkeit festgefahren für uns eine reelle Bedeutung hatte. Nach einer guten halben Stunde, nassen Füssen und Schlammspuren überall konnten wir dann endlich über Châtillon-sur-Seine (toller Wochenmarkt) nach Semur-en-Auxois losfahren.

Das kleine Städtchen ist auf alle Fälle einen Stopp wert . Über dem Fluss Armançon trohnt es mit dicken Wehrtürmen und steilen Mauern .

Nach einem ausführlichen Rundgang durch die engen Gassen und Treppen, ging es mit der Hoppetosse weiter nach Quarré-les-Tombes und vor allem zur dortigen Schokoladenanufaktur Quarré de Chocolat . Die Auswahl an handgefertigter Leckereien ist riesig und vor allem die Karamell Cremes sind sehr zu empfehlen .
In Moux-en-Morvan verbrachten wir eine ruhige Nacht und nach Frühstück mit frischem Baguette ging es zu den Gorges de la Canche .

Durch die Gorges führt ein Wanderweg, vorbei an vielen kleineren und größeren Wasserfällen. Auf einer Runde von 10 km erwanderten wir die beeindruckende Natur rund um die Schlucht .


Nach einer Kaffeepause fuhren wir über kleine Sträßchen nach Glux-en-Glenne .
Am nächsten Morgen geht es zunächst zum Marmeladen Himmel * Confituriers de Morvan * in La Celle en Morvan . Hier wird nach traditionellen Rezepten köstliche Marmelade hergestellt , unbedingt ein Umweg wert .

Zurück über Glux fahren wir zu einem kleinen Naturlehrpfad der uns zu der Quelle der 292 Kilometer langen Yonne führt. Unsere Strecke führt uns weiter zum ca. 150 km südlich gelegenem Regionalen Naturpark Livradois-Forez . Unweit unseres morgigen Ziels den Monts de Foret finden wir in Noiretable einen tollen Stellplatz für die Nacht .
Am Morgen hatten wir noch Einkäufe zu erledigen bei denen wir fast immer auf Supermärkte verzichten . Wir wurden wieder wie so oft nicht enttäuscht , die kleinen Geschäfte haben unheimlich viel mehr zu bieten und entgegen machem Vorurteil läßt sich die französische Brotkultur nicht nur auf Baguette reduzieren. Wer bereit ist sich auf Unbekanntes einzulassen, wird immer wieder positiv überrascht werden , und um Neues kennenzulernen reisen wir. Jedes Land und jede Region hat seinen eigenen Geschmack.
Nun aber zu den Monts de Foret, die sich auf über 1500 m erheben .

Über den Col de Beal fahren wir zu dem Ausgangspunkt der heutigen Wanderung durch das Vallée du Fossat. Mit nur 7,5 km und 350hm ist die Runde eher kurz aber wir haben die Herbstfarben und die Sonne voll auskostet und uns viel Zeit gelassen, da für die nächsten Tage wieder Regen gemeldet ist.


Nach einer ruhigen Nacht auf dem Col wurden wir mit dem Geräusch von Schüssen geweckt . Etwas verwundert , klärte sich dieser Umstand jedoch, als wir erkannten, dass es sich lediglich um die Jagd nach Vögeln, eine Art Volkssport, handelte . Voller Stolz präsentierte uns ein Franzose seine Beute und wir waren doch sehr verwundert wie man an der Jagd eines Vogels in Taubengröße soviel Begeisterung haben kann . Wir beglückwünschten ihn allerdings zu seinem Erfolg, wünschten ihm guten Appetit und bonne chance für die Jagd. Unser heutiges Ziel war Le Puy en Velay. Durch das Livradois ging es zunächst nach Chaise Dieu welches mit einer ehemaligen Benediktinerabtei und der Abteikirche,die das Stadtbild prägen, sehenswert ist.

Nach kurzer Fahrt erreichten wir bald Le Puy en Velay.

Blickfang der Stadt sind zwei alles überragende Basaltkuppen, auf denen zum einen die Kapelle Saint Michael und zum anderen eine 16 m hohe Marienstatue stehen. Die an den Hängen ehemaliger Vulkane gelegene Stadt gehört zu den am schönsten gelegen Frankreichs .

Steile Gassen und schmale Straßen streben zur Kathedrale Notre Dame deren Äußeres auf orientalischen Einfluss zurückzuführen ist.



Viel gibt es hier zu sehen und so fahren wir, voll mit Eindrücken, die letzte Kilometer nach Monastier sur Gazeille zu unserem heutigen Stellplatz .
Die ganze Nacht durch regnet es immer wieder und der Tag sollte nicht besser werden . Am Morgen nützten wir eine Regenpause für einen Rundgang durch Monastier . Das Örtchen war Ausgangspunkt für den Pilgerweg nach Santiago de Compostela und auch Robert L.Stevenson ist von hier mit der Eselin Modestine nach St.Jean du Gard losgelaufen .Der 225 km lange Weg wird heute als Stevenson Trail (GR 70) touristisch vermarktet . Der alte Ortskern rund um die Abteikirche St-Chaffre hat uns besonders gut gefallen .



Weiter ging es durch die von Vulkanen geprägte Hochfläche zum Gerbier de Jonc einem markanten Vulkankegel an dessen Fuße die Loire entspringt . Leider sind wir auf 1500 m zwischenzeitlich umgeben von Wolken und Nebel, so dass wir uns dazu entschließen, den nächsten Stellplatz in Lachamp Raphael aufsuchen und den Abend mit Kochen und Wein zu verbringen.