Kreuz und Quer durch (Süd) Europa 24 🇱🇻 🇪🇪

Diese Woche geht es von Riga nach Tallinn. 

Riga Hauptstadt, Hansestadt, Jugendstilstadt , Kulturhauptstadt , größte Stadt des Baltikums ..... Riga eine Stadt mit bewegter Geschichte, der man so viel Attribute zuordnen kann, die sie dennoch nicht ausreichend beschreiben. Riga muss man erleben, und das tun wir mit Genuss. Zunächst geht es erst einmal zu einem kleinen Abendspaziergang . 


Über den, kurz vor seiner Mündung in die Ostsee, recht breiten Fluss Düna kommen wir in die Altstadt.



 Vorbei an den "Drei Brüdern", dem Rigaer Dom , der Petrikirche , dem Schwarzhäupterhaus und viel viel mehr bummeln wir durch die Gassen.




 Am nächsten Morgen geht es durch die Altstadt zu den Zeppelinhallen. Hier ist der riesige Markt untergebracht. Wir schlendern durch die Hallen und den Außenbereich und kommen aus dem Staunen nicht heraus. 


Wir besuchen gerne Märkte, aber einen so großen und vielfältigen wie diesen haben wir noch nicht gesehen.



 Naturlich besorgen wir uns hier auch ein leckeres Mittagessen, dazu trinken wir Kwas, eine Besonderheit, die wir bisher nicht kannten. Kwas ist ein Getränk, das durch Gärung aus Brot hergestellt wird 😋 . 

Vom Markt geht es vorbei an der Laima Säule und dem Freiheitsdenkmal zum Jugendstilviertel.


 Wow das haut uns aus den Socken. So stark ausgestalltete Jugendstilfassaden haben wir noch nirgends gesehen.




 Für uns vielleicht doch eine Spur zu protzig, zu schwülstig hat hier der Architekt Michael Eisenstein sein Erbe hinterlassen.




 Unser Weg führt uns durch den Stadtpark wieder in die Altstadt, wir sagen Baron Münchhausen "hallo' und begrüßen die Bremer Stadtmusikanten. 







Immer wieder gibt es etwas zu entdecken, doch der Tag war lang genug und unser Weg führt uns zurück zur Hoppetosse und ins Bett. Riga hat uns begeistert und der neue Morgen führt uns zum Freilichtmuseum, welches außerhalb von Riga liegt. 



Im Jahr 1924, als der noch sehr junge Staat Lettland gerade aus dem Krieg herausgekommen war, entschieden kluge Köpfe, dass die Zeugnisse der bäuerlichen Lebensweise, die unweigerlich verloren gingen, für die nächsten Generationen bewahrt werden sollten. "Es soll ein Gefühl für die historische Realität darüber geschaffen werden, woher wir kommen", so beschreibt Mārtiņš Kuplais, der Hauptverantwortliche für die Lagerung des Museumsbestands, die Gründung des Museums. In diesem Jahr wird das größte und älteste Freilichtmuseum Europas 100 Jahre alt.








 Wir haben es sehr genossen, mehr über das Land und seine Historie zu erfahren. Mit Blick auf die Ostsee finden wir einen schönen Stellplatz und werden am folgenden Morgen durch das sanfte Trommeln von Regentropfen geweckt, so beschließen wir einen Ruhetag einzulegen. Dafür werden wir dann mit einem spektakulären Sonnenuntergang belohnt. 

Wieder bei strahlendem Blau geht es dann die Küste entlang Richtung Estland. Wir genießen die Zeit und die abwechslungsreiche Küste. 



Immer wieder kommen wir ans Meer und finden eine eindrucksvolle Küste. 






 Direkt hinter der Grenze  entdecken wir einen Stellplatz der estländischen Fortstbehörde. Wenige Schritte führen uns zu einem endlosen Strand und wir verbringen einen wunderbaren Abend mit lieben Menschen und zwei Hunden, die wir heute kennengelernt haben. 


Pärnu, die erste größere Stadt in Estland, lädt uns zum Stadtbummel ein. Vor allem die schön gestalten Holztüren fallen auf .








 Von Pärnu ist es nicht weit zu einem schönen Rundweg durch den Sooma Nationalpark. 



Estlands Moorlandschaften bedecken etwa ein Fünftel des Landes und prägen so große Teile des Landschaftsbildes. Bekannteste Beispiele sind die Nationalparks Laheema und Sooma. Letzteren und kleinere Moorlandschaften haben wir besucht und sind begeistert. Über Bohlenwege kann man durch die tolle Landschaft wandern und sich an Formen, Farben und Artenvielfalt erfreuen. 


Kleine Moorseen mit Holzstegen und Bänken laden zum Baden ein. Dieses Angebot haben wir gerne genutzt und uns in einem Moorauge erfrischt. 


Beim Sooma Nationalpark gibt es auch eine fünfte Jahreszeit. Zwischen Winter und Frühling, zur Zeit der Schneeschmelze, kann der Wasserspiegel stark ansteigen, so dass Wege und Straßen überflutet werden. Zu dieser Zeit sind Boote das einzige Fortbewegungsmittel in der Region.



 Durch das Landesinnere tuckern wir, vorbei an weiteren Moorlandschaften, nach Tallinn . Estlands Hauptstadt am Meer gelegen wurde im frühen Mittelalter gegründet und bietet heute eine der am besten erhaltenen Altstädte der Hansezeit.






 Wir schlendern durch die Altstadtgassen, vorbei am Rathausplatz zur Kohtoutsa Aussichtsplattform, von der wir einen herrlichen Blick über die Stadt haben. 




Wir bewundern die Alexander-Newski-Kathedrale und staunen über die alte Stadtmauer. 









Einen quirligen und hippen Gegenpol zur Altstadt stellt das Rotermann Viertel dar. 



Zum Sonnenuntergang empfehlen wir jedem, die Linnahall, von der man einen herrlichen Blick auf die untergehende Sonne hat. 





Am nächsten Tag verbringen wir noch einen schönen Tag in der Stadt bevor es weitergeht, denn vom 23ten auf 24ten Juni wird hier Estland Mittsommer oder St. Johannis gefeiert. Zu diesem Zweck fahren wir raus Tallinn und haben uns in ländlicher Umgebung einen kleinen Campingplatz am See gesucht. Hier verbringt wir einen wunderschönen Abend in toller Gesellschaft.


 Jetzt heißt es Abschied nehmen von Estland, dem Baltikum und dieser Woche. Wie es weitergeht in Suomi erfahrt ihr im nächsten Bericht. Soweit mit lieben Grüßen von Lina, Alfred und der Hoppetosse.  Wenn es euch gefallen hat, freuen wir uns über ein Gilla ❤️ .











Kreuz und Quer durch (Süd) Europa 23 🇵🇱 🇱🇹 🇱🇻

Im Nordosten der Masuren liegt, nahe der russischen Enklave Kaliningrad, ein drei Länder Eck, hier treffen Polen, Litauen und Russland aufeinander. Wir besuchen die Landmarke, welche eigentlich nur einen geografischen Punkt markiert, aber durch neuere politische Entwicklungen wesentlich mehr ist.



 Ebenso der Suwalky Korridor, der nahe der Stadt Suwalky gelegene Bereich, stellt die kürzeste Verbindung von Weißrussland nach Kaliningrad da und ist daher von militär-strategischer Bedeutung. Geradezu absurd kommt uns ein solches Denken vor, nachdem wir ein Europa erlebt haben in dem Grenzen immer weniger trennend werden. Soviel dazu. Für uns geht es weiter nach Litauen und als erstes besuchen wir Kaunas. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Neris und Memel und war von 1920 bis 1940 Hauptstadt von Litauen. Die historische Altstadt ist das Herz von Kaunas. Durch die Gassen schlendernd meinen wir die Zeit wäre stehen geblieben, so viel alte Bausubstanz gibt es hier zu entdecken. 





Aber Kaunas ist auch modern, darf sich sogar Kulturhauptstadt 2022 nennen, wie auch an viel öffentlich ausgestellter Kunst zu sehen ist. 


Zurück zum Auto müssen wir Treppen steigen, da die wunderschöne Standseilbahn aus dem Jahre 1935 gerade renoviert wird. 


Wir genießen nochmal den Ausblick, bevor wir weiter entlang des Nemunas (der Memel) den wunderbaren Regionalpark Panemuniai besuchen. Der Park wurde wegen der Landschaft der Memel, ihres Ökosystems und dem Kulturerbe eingerichtet.


 Eingebettet in die sandige Flusslandschaft liegen die Burgen Panemunė und die Backsteinburg Raudonė mit ihren tollen Türmen.

 Hier war bis 2018 sogar ein Gymnasium und es erinnert ein wenig an die berühmte Zaubererschule, sozusagen Hogwarts in Litauen.



 Informativ und lohnenswert ist auch ein Besuch des Regionalpark Zentrum in Šilinė, welches sich in einem alten Holzbauernhof befindet. Hier wird von Flora und Fauna an der Memel sowie dem Leben am und mit dem Fluss berichtet.




 Immer wieder sehen wir bunte Holzhäuser und Holzkirchen, die uns sehr an Skandinavien erinnern. 



Unser Weg führt uns weiter zum Nationalpark Žemaitija, er liegt im Nordwesten Litauens, in der Region Niederlitauen (Žemaitija). Das Schutzgebiet umfasst 26 Seen. Plateliai, ein Örtchen am gleichnamigen See, liegt mitten im Schutzgebiet. Es bietet einen kleinen, freien Übernachtungsplatz, von welchem wir das interessante Gebiet zu Fuß und mit der Hoppetosse kennenlernen. 





Neben der reichhaltigen Natur haben uns wieder die alten Holzgebäude gefallen. Hier gibt es sogar zwei barocke Holzkirchen von 1744 und 1746 sowie viele, gut gepflegte, Bildstöcke oder Materl, wie sie in Bayern genannt werden. 







Nach einem Ruhetag in der wunderschönen Gegend zieht es uns weiter und wir ereichen mit Lettland , nach 4000 km, durch acht Länder in 30 Tage, das Meer !!! Vom Mittelmeer in Griechenland 🇬🇷 an die Ostsee in Lettland 🇱🇻. 



So unendlich viel gesehen und erlebt und trotzdem noch neugierig auf Neues. So haben wir heute das Ostseebad Liepäjas erkundet. Der Sand hier am Strand ist so fein, dass er für Sanduhren ⌛verwendet wurde.


 Ein wunderbarer Ort mit alten Häusern, einer riesigen Markthalle, der mächtigen Alexander Newski Kathedrale und einem traumhaften Strand.









 Strand und Strand und noch mehr Strand. Das ist das Stichwort, es ist einfach unglaublich, Kilometer weit nichts als Strand. Kleine Stichstrasen führen uns , auf unserem weiteren Weg, immer wieder ans Meer.



 Und während anderswo die Strände überfüllt sind, ist hier so viel Platz für jeden . Immer wieder findet man trotz Sommer und Wochenende leere Strandabschnitte . Kuldiga, unser letztes Ziel vor Riga, macht es uns nicht leicht. Das Problem ist hinzukommen. Da die Hauptroute einen Umweg bedeutet, nehmen wir eine Nebenstrecke, die eine wassergebundene Oberfläche hat, also eine Schotterpiste oder Grusvägen. Diese kennen wir schon aus Schweden, dort sind sie gut gepflegt und zügig zu befahren, hier allerdings...... owei, owei. 40 km über eine Piste bei der man ab 30 km/h das Gefühl hat, dass Auto würde auseinander fallen. So ereichen wir dann, leicht durchgeschüttelt, Kuldiga. Der kleine Ort mit dem 240 m breiten Wasserfall ist, aufgrund seines historischen Stadtbildes, UNESCO Weltkulturerbe. 





Bei einem ausführlichen Rundgang entdecken wir all die schönen Ecken des Örtchens und bekommen einnen Eindruck von der bewegten Geschichte Kuldigas und auch Lettlands .




 So ist schon wieder eine erlebnisreiche Woche vergangen und wir hoffen es hat euch auch gefallen. Die neue Woche wird dann mit Riga beginnen. Danke für euer Interesse und die Gillas ❤️ Lina Alfred und die Hoppetosse. 



Kreuz und Quer durch (Süd)Europa 22 🇵🇱

Eine neue Woche beginnt mit einem neuen Land. Wir sind in Polen angekommen und erst mal mit einer Schlechtwetterprognose konfrontiert, so lassen wir weitere Erkundungen der Tatra ausfallen und machen uns auf den Weg nach Krakau. Mitten in der Stadt, auf einem sehr ruhigen Parkplatz eines Hotels, stehen wir nur 5 Minuten Fußweg entfernt vom historischen Zentrum. Krakau, die ehemalige Hauptstadt Polens , historischer Sitz der polnischen Könige, ist für uns eine Überraschung, selten begeistern wir uns auf Anhieb für eine Stadt. Zuerst geht es zum Marktplatz Rynek Glówny mit den Tuchhallen. 





Durch die Altstadt bummeln wir dann zur Wawel Festung und lassen uns von den vielen historischen Sehenswürdigkeiten begeistern..






Nachmittags erkunden wir das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz, lassen uns leckeres polnisches Streetfood schmecken und bestaunen hippe Läden . Hier gibt es für jeden etwas zu entdecken, von kunterbunt bis schräg. 




Zurück in der Altstadt essen wir ukrainisch, sehr lecker 😋 





Zum Abschluss flanieren wir dann durch die, von der Dämmerung verwandelten Gassen. Krakau betört im Dunkeln mit besonderem Charme. 




Ein Tag ist nicht genug, auch wenn uns der Regen eingeholt hat .

 Wir bleiben wir noch einen Tag länger und erleben die Markthallen, Marienkirche, Warschauer Getto, Josefsirche, Kazimierz, Alte Stadtmauern........









 Unser Fazit, Krakau ist eine Reise wert. So, jetzt geht es aber weiter ins polnische Jura, eine wirklich spannende Landschaft. Die Route der Adlerhorste beschreibt eine touristische Strecke von Krakau nach Jasna Göra. Sie führt durch die beeindruckende Felslandschaft von Burg zu Burg, die geschickt auf den Spitzen der Felsen gebaut sind. 



Die weißen Kalksteinfelsen sind Meisterwerke der Natur, die hier mit Erosion und Zeit fantastische Skulpturen geschaffen hat. Obenauf hat der Mensch Burgen gebaut, die wie Vogelnester auf den Felsen sitzen, und unter der Erde liegen über 1900 kleinere und größere Höhlen. 





Zwei Tage verbringen wir, mit kleinen Wanderungen, in dieser tollen Landschaft, bevor wir in Jasna Göra angelangt sind. 


Die Burg Mariens, wie Jasna Göra auch genannt wird, ist wohl das Nationalheiligtum Polens, und um den starken Volkskatholizismus Polens zu verstehen, ist ein Besuch zu empfehlen. Besonders verehrt wird das Bildnis der schwarzen Muttergottes von Tschentochau. 




Nach diesem interessanten Besuch geht es ein ganzes Stück weiter. Wir wollen noch bis in die Masuren, das Naturparadies mit vielen Seen im Nordosten von Polens, fahren. 


Es ist etwas besonderes für Naturliebhaber aber auch kulturhistorisch interessant. Olsztyn, die malerische Hauptstadt der Masuren, liegt im Zentrum der Seenplatte und lädt auf Grund seiner sehenswerten Altstadt zu einem Besuch ein. Trotz seiner bewegten Geschichte ist der historische Ortskern mit seiner Backsteingotik gut erhalten. 


Zuerst schlendern wir über den Wochenmarkt, der uns mit seiner Vielfalt und Ursprünglichkeit gut gefällt, dann geht es durch die Stadt, vorbei an der Burg, durch alte Gassen bis zum Stadtor und der beeindruckenden Basilika. 





Auf einem kleinen Campingplatz mit nostalgischem Charme finden wir einen Platz direkt am Wasser. Hier gehen wir erst mal schwimmen und genießen das Naturparadies. 


Unsere weitere Strecke führt uns über Lidzbark Warmiński zum Kloster Stocek und dann weiter nach Reszel. 



Kloster Stocek 




Rezszel, das gemütliche Masuren Städtchen, lädt zum Besuchen ein. Eine alte Burg gibt es hier zu entdecken, die, wie auch die Kirche, auf den Deutschritterorden zurückgeht.



 Wir haben Glück und dürfen sogar den Glockenturm besteigen, der eine wunderbare Rundumsicht über die grüne, dünn besiedelte Landschaft bietet.


Am Abend bekommen wir wieder einen Naturnahen Stellplatz mit Seezugang 

 Für uns ist es schwer, in Worte zu fassen, was die Masuren ausmachen. Eine weiträumige grüne Naturlandschaft ohne große Erhebungen, geformt in langen Wellen aus meist sandhaltigem Boden, viele kleine Wasserflächen bis hin zur Seenlandschaft, ein großer Artenreichtum an Tieren und Pflanzen, Ortschaften mit viel Backsteingotik. Eine bewegte Geschichte von den ursprünglichen Volksstämmen  über den Deutschritterorden bis hin zur bewegten Zeit als Ostpreußen und dann übergegangen in die sowjetische Zone, aus der sich mit viel Anstrengung ein freies Polen entwickelt hat, zu welchem die Masuren heute gehören.



 Für uns war dies eine tolle Woche in einem interessanten Reiseland und wir hoffen, dass auch ihr ein paar Eindrücke von Polen 🇵🇱 bekommen habt . Bis zum nächsten mal Lina Alfred und die Hoppetosse.